WCAG 3.3.3 Fehlerempfehlung
Aktualisiert am 14. Oktober 2026 · Lesezeit: 3 Min.
- Stufe
- AA · WCAG 2.0
- EN 301 549
- 9.3.3.3
- Was der Check prüft
- Manuelle Prüfung: Ein automatisches Tool kann dieses Kriterium nicht zuverlässig prüfen.
- Offizieller Text
- Understanding 3.3.3 Error Suggestion (W3C, auf Englisch)
Das Erfolgskriterium 3.3.3 hilft Menschen, ein Formular zu korrigieren, nachdem etwas schiefgelaufen ist. Eine Meldung wie „Ungültige Eingabe“ sagt einem Kunden, dass es ein Problem gibt, aber nicht, was er tun soll. Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, Screenreader-Nutzer und Menschen mit motorischen Einschränkungen, die sich vertippen, geben an dieser Stelle oft auf. Es gehört zur Konformitätsstufe AA und steht in EN 301 549 als Abschnitt 9.3.3.3. Das BFSG verweist über die harmonisierte Norm EN 301 549 auf diese Anforderungen.
Was das Erfolgskriterium verlangt
Wenn ein Eingabefehler automatisch erkannt wird und Korrekturvorschläge bekannt sind, müssen die Vorschläge dem Nutzer bereitgestellt werden.
- Zu Eingabefehlern gehören ausgelassene Pflichtangaben und Angaben außerhalb des geforderten Formats oder der zulässigen Werte.
- „Bekannt“ bedeutet, dass die Website weiß, was akzeptiert würde — zum Beispiel das erwartete Format, den zulässigen Bereich oder die Liste gültiger Optionen.
- Ausnahme: Ein Vorschlag darf zurückgehalten werden, wenn er die Sicherheit oder den Zweck des Inhalts gefährden würde — etwa wenn er verraten würde, welcher Teil eines Logins falsch war, oder in einem Quiz die Antwort preisgäbe.
Der Vorschlag ist meist Text und muss die übrigen Kriterien erfüllen (zum Beispiel lesbar und für Screenreader erreichbar sein).
Typische Fehler in Onlineshops
- „Ungültige Postleitzahl“ ohne Hinweis auf das erwartete Format für das gewählte Land;
- „Ungültiges Datum“ im Feld für das Ablaufdatum der Karte, ohne zu sagen, dass das Format MM/JJ ist;
- „Passwort erfüllt die Anforderungen nicht“, ohne die Anforderungen aufzulisten;
- „Menge nicht verfügbar“, ohne zu sagen, wie viele Artikel vorrätig sind;
- ein Gutscheinfeld, das nur „Fehler“ meldet, wenn der Code abgelaufen ist;
- ein Feld für die USt-IdNr., das Eingaben ablehnt, ohne ein Beispiel zu zeigen.
So prüfen Sie es
Automatisch: Unser Checker hat für dieses Kriterium keine Regel. Es ist eine manuelle Prüfung nötig.
Manuell: Geben Sie in jedes Formular typische falsche Werte ein: eine Postleitzahl im falschen Format, ein Datum in der Vergangenheit, ein zu kurzes Passwort, eine Menge über dem Lagerbestand, eine E-Mail ohne „@“. Lesen Sie jede Meldung und fragen Sie sich: Sagt sie, wie die Eingabe zu korrigieren ist? Prüfen Sie auch, ob die Meldung von einem Screenreader angesagt wird, wenn sie erscheint oder wenn Sie zum Feld wechseln.
So beheben Sie es
- Schreiben Sie Meldungen, die die Lösung nennen: „Geben Sie die Postleitzahl mit 5 Ziffern ein, zum Beispiel 10115“.
- Nennen Sie Regeln vorab (Passwortlänge, erlaubte Zeichen) und wiederholen Sie sie in der Fehlermeldung.
- Gibt es nur wenige gültige Werte, schlagen Sie die nächstliegenden vor oder bieten Sie eine Auswahl an.
- Lassen Sie die Eingabe des Nutzers im Feld stehen, damit er sie korrigieren kann, statt sie neu einzutippen.
Verwandte Kriterien
- 3.3.1 Fehlererkennung — der Fehler muss gekennzeichnet und beschrieben werden.
- 3.3.4 Fehlervermeidung (rechtliche, finanzielle, Daten) — Prüfungen, bevor eine Bestellung endgültig ist.
- 3.3.2 Beschriftungen (Labels) oder Anweisungen — das Format erklären, bevor der Nutzer tippt.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen 3.3.1 und 3.3.3?
3.3.1 verlangt, das fehlerhafte Feld zu kennzeichnen und den Fehler als Text zu beschreiben. 3.3.3 geht einen Schritt weiter: Wenn Sie wissen, wie der Nutzer den Fehler beheben kann, müssen Sie es ihm sagen.
Sollte ein Login-Formular sagen, ob E-Mail oder Passwort falsch war?
Nicht unbedingt. 3.3.3 hat eine Ausnahme, wenn ein Vorschlag die Sicherheit oder den Zweck des Inhalts gefährden würde; ein allgemeines „E-Mail oder Passwort ist falsch“ ist daher zulässig.
Kann ein automatisches Tool Fehlerempfehlungen prüfen?
Nein. Es müsste Formulare mit falschen Daten absenden und die Formulierung der Meldungen beurteilen — das wird daher manuell geprüft.