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Pandus

WCAG 2.4.4 Linkzweck (im Kontext)

Aktualisiert am 14. Oktober 2026 · Lesezeit: 3 Min.

Stufe
A · WCAG 2.0
EN 301 549
9.2.4.4
Offizieller Text
Understanding 2.4.4 Link Purpose (In Context) (W3C, auf Englisch)

Das Erfolgskriterium 2.4.4 hilft Menschen zu entscheiden, ob sie einem Link folgen wollen, ohne raten zu müssen. Screenreader-Nutzer rufen oft eine Liste aller Links einer Seite auf, und Tastaturnutzer springen von Link zu Link; eine Liste mit zehn „Hier klicken“-Links sagt ihnen nichts. Es gehört zur Konformitätsstufe A und ist Teil von EN 301 549 (Abschnitt 9.2.4.4). Das BFSG verweist über die harmonisierte Norm EN 301 549 auf diese Anforderungen.

Was das Erfolgskriterium verlangt

Der Zweck jedes Links lässt sich ermitteln aus:

  • dem Linktext allein oder
  • dem Linktext zusammen mit seinem programmatisch ermittelbaren Linkkontext —

außer dort, wo der Zweck des Links für Nutzer im Allgemeinen mehrdeutig wäre.

Linkkontext sind Informationen, die assistive Technologien mit dem Link verbinden können: derselbe Satz, Absatz, Listeneintrag oder dieselbe Tabellenzelle, die Tabellenüberschrift dieser Zelle oder Text, auf den mit aria-describedby verwiesen wird. Auch der zugängliche Name eines Links zählt — bei einem Bildlink ist das der Alternativtext des Bildes.

Die Ausnahme betrifft Links, deren Zweck niemand aus der Seite erschließen kann, zum Beispiel ein Link in einem Rätsel; dann ist kein zusätzlicher Kontext nötig.

Typische Fehler in Onlineshops

  • reine Icon-Links (Warenkorb, Konto, Wunschzettel, Social Media) ohne Text und ohne aria-label;
  • Produktbild-Links, bei denen das Bild keinen Alternativtext hat, sodass der Link gar keinen Namen hat;
  • mehrere „Mehr lesen“-, „Jetzt shoppen“- oder „Details“-Links in einem Raster ohne Bezug zum Produktnamen;
  • ein verlinkter Imagemap-Bereich (<area>) ohne alt;
  • Links, deren Text eine nackte URL oder ein Tracking-Code ist.

So prüfen Sie es

Automatisch: Unser Checker meldet Links ohne erkennbaren Text (link-name-Regel) und Imagemap-Bereiche ohne Alternativtext. Ob ein Name wie „Mehr“ im Kontext klar ist, kann er nicht beurteilen — mehrdeutige Linktexte erfordern eine manuelle Prüfung.

Manuell: Nutzen Sie die Linkliste eines Screenreaders (oder eine Browsererweiterung, die Links auflistet) und lesen Sie jeden Link ohne Kontext. Ist ein Link unklar, prüfen Sie, ob sein Satz, Listeneintrag, seine Tabellenzelle oder Überschrift ihn verständlich macht. Prüfen Sie besonders Icon- und Bildlinks.

So beheben Sie es

  • Schreiben Sie Linktexte, die sagen, wohin sie führen: „Versandkosten ansehen“ statt „Hier klicken“.
  • Machen Sie in Produktkarten den Produktnamen zum Link oder ergänzen Sie wiederholte Links um Kontext: Jetzt shoppen<span class="visually-hidden"> – Leinenhemd</span>.
  • Geben Sie Icon-Links einen zugänglichen Namen mit sichtbarem Text, visuell verborgenem Text oder aria-label.
  • Schreiben Sie für verlinkte Bilder Alternativtexte, die das Ziel beschreiben, nicht nur das Bild.
  • Ergänzen Sie jedes <area> einer Imagemap um alt.

Verwandte Kriterien

Häufige Fragen

Ja, wenn ihr Zweck aus dem programmatisch ermittelbaren Kontext hervorgeht, zum Beispiel aus demselben Satz, Absatz, Listeneintrag oder derselben Tabellenzelle oder aus der Überschrift, unter der der Link steht. Ein Linktext, der für sich allein verständlich ist, ist trotzdem besser.

Was ist programmatisch ermittelbarer Linkkontext?

Informationen, die assistive Technologien mit dem Link in Beziehung setzen können, etwa der umgebende Satz, Absatz, Listeneintrag oder die Tabellenzelle oder Text, der mit aria-describedby oder aria-labelledby an den Link gebunden ist.

Ein Icon-Link ohne zugänglichen Namen, etwa ein Warenkorb- oder Social-Media-Icon ohne Text oder aria-label, hat keinen ermittelbaren Zweck. Geben Sie ihm einen Namen wie „Warenkorb“ oder „Instagram“.